BIOGRAPHISCHE STATIONEN: HALLE

1685
24. Februar: Taufe in der Marktkirche zu Halle. Georg Friedrich Händel wurde am 23. Februar 1685 in Halle im Haus “am Schlamm”, dem jetzigen Händel-Haus, Große  Nikolaistraße 5, geboren. Er entstammte der zweiten Ehe seines Vaters Georg Händel (1622-1697), Amtschirurg von Giebichenstein und fürstlich sächsischer und kurfürstlich brandenburgischer Leibchirurg, die dieser am 23. April 1683 mit Dorothea Taust (1651-1730), Tochter des Pfarrers Georg Taust zu Giebichenstein, geschlossen hatte.

1693/1694
Händel fährt mit seinem Vater an den Hof Herzog Johann Adolfs von Sachsen-Weißenfels, der sich bei dieser Gelegenheit für eine musikalische Ausbildung des Sohnes verwendet haben soll. Vermutlich bald darauf Beginn des Unterrichts bei Friedrich Wilhelm Zachow.
Der Aufenthalt in Weißenfels ist nicht genau zu datieren. Nach Mainwaring, der als erster darüber berichtet, soll Händel zu diesem Zeitpunkt noch nicht sieben Jahre alt gewesen sein. Nach Chrysander müssen “wir ihn uns etwas älter denken”. Percy Robinson datiert diese Fahrt auf 1696.

1697
11. Februar: Tod des Vaters

1698
Eine Notenhandschrift des jungen Händel, in der er mit G. F. H. zeichnete und die auf 1698 datiert war, mit Kompositionsabschriften von Zachow, Froberger, Krieger, Strungk u.a., wahrscheinlich im Zusammenhang mit dem Unterricht bei Zachow angelegt, hatte sich bis etwa Anfang des 19. Jahrhunderts erhalten, ist aber seither verschollen. (Vgl. William Coxe, S. 6; Victor Schoelcher, S. 9.)

1699-1700
Früheste einigermaßen datierbare überlieferte Komposition (Sonate für 2 Violinen und B. c. in g-Moll HWV 387, Autograph verschollen) Abschrift in der Central Public Library Manchester mit der Bemerkung von Ch. Jennens: “composed at the age of 14".

1701
Erstes Zusammentreffen mit Georg Philipp Telemann in Halle. Telemann befand sich auf dem Weg nach Leipzig, um dort das Studium der Rechte aufzunehmen. Damit begann eine lebenslange freundschaftliche Verbindung zwischen beiden Komponisten (vgl. die Briefe aus den späten Lebensjahren.).

1701-1714
Der Spanische Erbfolgekrieg. England, die Niederlande, Österreich sowie einige andere Staaten des Reiches kämpfen gegen den Versuch Ludwigs XIV., durch dynastische Vereinigung mit Spanien die Hegemonie Frankreichs in Europa durchzusetzen.

1702
10. Februar:
Immatrikulation an der 1694 gegründeten halleschen Universität (ohne Angabe einer Fakultät, da es solche zu dieser Zeit in Halle noch nicht gab).
13. März: Anstellung als Organist am reformierten Dom in Halle.

1702/1703
Reise nach Berlin. Zusammentreffen mit Attilio Ariosti und Giovanni Bononcini am Hof von König Friedrich I. in Preußen (bis 1701 als Friedrich III. Kurfürst von Brandenburg). Die Reise selbst sowie der Zeitpunkt, zu dem sie stattgefunden haben könnte, sind umstritten. Zuerst erwähnt sie Mainwaring, dessen Datierung auf 1698 aber im Widerspruch zu den anderen von ihm überlieferten Fakten steht. Chrysander (Bd. I, S. 52) datiert sie auf 1696, Percy Robinson auf 1703. Ariosti kam 1697 nach Berlin, Bononcini hielt sich erst 1702/1703 hier auf.


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Georg Friedrich Händel